20 Jahre Frauenwort der Katholischen Frauen Deutschlands im Kölner Dom

20 Jahre “Frauenwort“

der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands im Kölner Dom. Diese Institution, bei der Frauen, die etwas zu sagen haben, das Wort Gottes auslegen, ist aus dem Diözesanverband nicht mehr wegzudenken.

“Welch ein Bild – ein gut gefüllter Dom!”

Lydia Wallraf-Klünter, die Kölner Diözesanvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), freut sich sichtlich, als sie die weit über 2.000 Frauen aus allen Teilen des Erzbistums im Kölner Dom zur Festandacht begrüßt. Wieder einmal – wie so oft in diesem Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen des Diözesanverbandes – sind die vielen Frauen an der Basis zu einer Feierstunde eingeladen. Diesmal in den liturgischen Raum. Denn das “Frauenwort” der kfd Köln findet traditionell im Kölner Dom statt.

Die Ansprache der festlichen Andacht und das “Jubiläums FrauenWort” hielt die Theologin und emeritierte Botschafterin im Vatikan, Frau Annette Schavan.

Am Freitag, den 28. September 2018 feierten am Nachmittag 1.200 kfd-Frauen und Gläubige das FrauenWort im Hohen Dom zu Köln. Zum ersten Mal wurde es vor 20 Jahren aus Anlass des Weltgebetstages im März 1998 begangen. In diesem Jahr war es eingebettet in die Domwallfahrt und stand unter dem Motto „Dona nobis pacem – unterwegs im Auftrag des Friedens“.

Das “Jubiläums-FrauenWort” sprach Annette Schavan, die ehemalige Bundesbildungsministerin und ehemalige deutsche Botschafterin im Vatikan. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker war ebenfalls gekommen.

100 Jahre kfd auch Erinnerung an Frauen, die sich für den Frieden einsetzen

Lydia Wallraf-Klünter, Diözesanvorsitzende, sagte an die etwa 1.200 Gläubigen im Dom gewandt: „Der Frieden ist ein hohes Gut. Wir sind aufgefordert zu Friedensstifterinnen und -stiftern zu werden.“

Mit diesem Gottesdienst sollte auch an die Gründung der kfd vor 100 Jahren noch mitten im 1. Weltkrieg und an die vielen bekannten und unbekannten Frauen, die sich zeitlebens für Frieden einsetzten, erinnert werden. Einen besonderen Platz im Gottesdienst erhielten daher jene Frauen, die den Friedensnobelpreis erhalten haben: Bertha von Suttner, Mutter Theresa, Wangari Maathai und Malala Yozsafzai. Auch wurde der Märtyrerin und Heiligen Edith Stein gedacht.

Schavan: Die Zukunft der Kirche braucht andere Repräsentanz von Frauen

Annette Schavan bezog sich in ihrer Ansprache auf den christlichen Anspruch, sich für Frieden einzusetzen. Die politisch Verantwortlichen brauchten Zeichen der Zivilgesellschaft, dass sie Friedlosigkeit überwinden wolle. Und an die kfd-Frauen gerichtet: „Sie sind in Ihrer Geschichte oft aufgestanden und haben Zeichen für den Frieden gesetzt.“

Friedlosigkeit habe in der Geschichte oft mit der Sprache begonnen. Sie könne Unsicherheit und Angst erzeugen: “…am allermeisten in dem Moment, wo Sprache eingesetzt wird, um zu unterscheiden zwischen ‘denen’ und ‘uns’. Damit beginnt die Zerstörung von Frieden in der Geschichte immer wieder.”

Zur Bedeutung des FrauenWortes sagte sie: Zurzeit werde sehr viel über die Zukunft der Kirche nachgedacht. „Dazu gehört für mich eine andere Repräsentanz von Frauen in der Kirche und das FrauenWort ist dafür ein sichtbares Zeichen.“

Wichtige Wegmarke zu mehr Präsenz und Teilhabe von Frauen

Das erste FrauenWort 1998 war eine wichtige Wegmarke hin zu mehr Präsenz und Teilhabe von Frauen in der Verkündigung des Glaubens und mehr Teilhabe an der Gestaltung der Liturgie. 1998 stand zum ersten Mal in der Geschichte des Doms eine Frau, die evangelische Pfarrerin Almuth Voss, auf der Kanzel.

An dieses erste “FrauenWort” schloss sich eine dreiteilige Predigtreihe zu Hildegard von Bingen an, an deren 900. Geburtstages ebenfalls 1998 erinnert wurde. Seither lädt der kfd-Diözesanverband Köln in der Regel alle zwei Jahre zu diesem Vesper-Gottesdienst ein.

Weiterbildung in Glauben und Stärken von weiblicher Spiritualität

In den zurückliegenden zwei Jahrzehnten hat die kfd viele Weiterbildungsangebote für die Glaubensweitergabe gemacht und so zahlreiche kfd-Frauen in Glaubensfragen weitergebildet und sie in ihren spirituellen Kompetenzen und Charismen gestärkt.

So konnten in den letzten Jahren zum Beispiel auch 60 Frauen zu Leiterinnen von Wortgottesfeiern ausgebildet werden, die für diesen Dienst in ihren Gemeinden zur Verfügung stehen.

Text: kfd Diözesanverband

Bilder: Wolfgang Bongardt-Becker

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